Frequently Asked Questions

Nachfolgend geben wir Ihnen Antworten auf die häufigsten Fragen rund um das Forum Nachhaltiger Kakao e.V., seine Arbeit und Ziele sowie den Kakaosektor allgemein.

Sie sind an einem Thema besonders interessiert? Hier finden Sie den direkten Einstieg:

  1. Das Forum Nachhaltiger Kakao e.V.
  2. Der Kakaosektor und nachhaltiger Kakao
  3. Deutschland und Kakao

Das Forum Nachhaltiger Kakao e.V.

Was ist das Forum Nachhaltiger Kakao e.V. und wer sind seine Mitglieder?

Das Forum Nachhaltiger Kakao e.V. ist ein Zusammenschluss der Bundesregierung, der deutschen Süßwarenindustrie, des deutschen Lebensmittelhandels und der Zivilgesellschaft. Als Multistakeholder-Initiative – gemeinschaftliche Initiative von unterschiedlichen Interessengruppen – verfolgt das Forum drei wesentliche Ziele:

  • Die Lebensumstände der Kakaobauern und -bäuerinnen und ihrer Familien zu verbessern und zu einem gesicherten Lebensunterhalt beizutragen
  • Die natürlichen Ressourcen und die Biodiversität in den Anbauländern zu schonen und zu erhalten
  • Den Anbau und die Vermarktung nachhaltig erzeugten Kakaos zu fördern.

Das Forum wurde im Juni 2012 gegründet. Seit April 2014 ist es ein eingetragener Verein. Aktuell hat das Forum Nachhaltiger Kakao e.V. rund 70 Mitglieder. Zu ihnen zählen Unternehmen der Süßwarenindustrie und des Lebensmittelhandels, Nichtregierungs-organisationen, Standard-setzende Organisationen und die Bundesregierung, vertreten durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Weitere Interessenten sind willkommen und wenden sich für weitere Informationen an die Geschäftsstelle unter info@kakaoforum.de.

Eine aktuelle Liste der Mitglieder findet sich hier.

Warum gibt es das Forum, und welche Ziele verfolgt es?

Kakaobauern und -bäuerinnen, insbesondere in Westafrika, stehen vor immensen Herausforderungen. Vielfach erzielen sie zu geringe Einkommen und leben unterhalb der international definierten Armutsgrenze. Formen missbräuchlicher Kinderarbeit, Ernährungsunsicherheit und Mangelernährung, umweltschädliche Anbaupraktiken und fehlende Investitionen in den Kakaoanbau gehören zu den Folgen. Immer mehr Bauern und Bäuerinnen weichen auf andere Nutzpflanzen aus oder geben die Landwirtschaft ganz auf. Langfristig bedroht dies auch die nachhaltige Versorgung mit Kakao. Die Verbesserung der Lebensbedingungen im Kakaoanbau und das Erreichen eines existenzsichernden Einkommens für Kakaobauernfamilien ist den Mitgliedern des Forum Nachhaltiger Kakao ein Anliegen.

Die soziale Verantwortung fängt für die Unternehmen der Süßwarenindustrie und dem Lebensmittelhandel bereits bei den Rohstoffproduzenten an. Vielen Kakaobauern und -bäuerinnen fehlen das Know-how und die Mittel, um die Qualität zu produzieren, die am Markt nachgefragt wird. Bereits heute unterstützen daher viele Unternehmen die Kakaobauern und -bäuerinnen mit vielfältigen Maßnahmen, etwa durch Ausbildung und spezielle Schulungen bis zur Ausrüstung mit Dünger oder Setzlingen. Bislang gab es zwischen den verschiedenen Akteuren entlang der Kakao-Wertschöpfungskette keinen hinreichend koordinierten Austausch zur Wirkung dieser Aktivitäten. Das aber ist notwendig, um erfolgreiche Praktiken zu identifizieren, davon zu lernen und sie zu verbreiten. Das Forum Nachhaltiger Kakao möchte das ändern: Die Mitglieder tauschen ihre Erfahrungen und Kenntnisse aus und verstärken dort, wo es sinnvoll ist, ihre Zusammenarbeit. Im Zentrum stehen dabei neben den wirtschaftlichen und Umweltaspekten auch soziale Aspekte: bessere Lebensumstände für die Kakaobauern und -bäuerinnen sowie ihre Familien. Bei all dem kooperiert das Forum eng mit den Regierungen und anderen wichtigen Akteuren in den Kakaoanbauländern.

Das Forum Nachhaltiger Kakao e.V. verfolgt 3 Hauptziele:

  1. Die Lebensumstände der Kakaobauern und -bäuerinnen und ihrer Familien zu verbessern und zu einem gesicherten Lebensunterhalt beizutragen.
  2. Die natürlichen Ressourcen und die Biodiversität in den Anbauländern zu schonen und zu erhalten.
  3. Den Anbau und die Vermarktung nachhaltig erzeugten Kakaos fördern.

Sehen Sie dazu auch die Zielsetzung des Forum Nachhaltiger Kakao e.V. ein.

Wie arbeitet das Forum, um seine Ziele zu erreichen?

Das Forum Nachhaltiger Kakao e.V. ist als Verein organisiert und wird durch eine Geschäftsstelle koordiniert. Die Arbeit des Forums findet in Deutschland und in den kakaoproduzierenden Ländern statt. Derzeit ist dies hauptsächlich die Côte d’Ivoire als weltweit größtes kakaoanbauendes Land. Wichtig für die Umsetzung seiner Ziele ist dem Forum die enge Zusammenarbeit mit der jeweiligen Regierung vor Ort und relevanten Institutionen.

Inhalte der Arbeit des Forum Nachhaltiger Kakao sind:

  • Qualitätskriterien für wirksame und nachhaltige Projektansätze zu entwickeln
  • die direkte Umsetzung von nachhaltigen Anbaumethoden zu fördern
  • sich mit bereits bestehenden Initiativen zur Förderung eines nachhaltigen Kakaoanbaus zu vernetzen und mit diesen zu kooperieren
  • Austausch, Kommunikation und Wissenstransfer über nachhaltigen Kakaoanbau zu ermöglichen
  • Dienstleistungen und Orientierungshilfen rund um das Thema Nachhaltigkeit im Kakao anzubieten; dies gilt insbesondere gegenüber seinen Mitgliedsunternehmen
  • die Öffentlichkeit über Nachhaltigkeitsansätze und Erfolge sowie über die Fortschritte in den Kakaoanbauregionen zu informieren.

Außerdem bietet das Forum Interessierten und Mitgliedern Dialogveranstaltungen, Seminare und Informationsmaterialien (u. a. auf der Website) an und ist auf ausgewählten Messen präsent.

Welche Fortschritte hat das Forum bisher erzielt?

Institutionalisierung und Eintragung als Verein

Nach der Gründung des Forum Nachhaltiger Kakao als Multistakeholder-Initiative im Juni 2012 war die Institutionalisierung und Eintragung als Verein im April 2014 ein wichtiger Schritt für die weitere Arbeit des Forums. Die Finanzierung der Aktivitäten erfolgt über festgelegte Mitgliedsbeiträge sowie über zusätzliche freiwillige Beiträge.

Entwicklung von Best-Practice-Kriterien und Evaluierung

Als Basis für die gemeinsame Arbeit in Projekten wurden Best-Practice-Kriterien nachhaltigen Kakaoanbau entwickelt und mithilfe einer Studie bewertet. Eine Übersicht über die Best-Practice-Kriterien erhalten Sie hier.

Start des Projekts PRO-PLANTEURS

Gemeinsam mit der ivorischen und der deutschen Regierung hat das Forum Nachhaltiger Kakao Mitte 2015 das Projekt PRO-PLANTEURS begonnen. Ziel ist es, 20.000 Kakaoproduzenten und ihre Organisationen in der Côte d’Ivoire zu professionalisieren, ihr Einkommen zu steigern und ihre Ernährungs- und Lebenssituation insgesamt zu verbessern. Im Fokus des Projektes stehen vor allem junge Kakaobauern und ihre Familien sowie Frauen. Mehr zu PRO-PLANTEURS erfahren sie hier.

Unterstützung der CCE-Initiative in der Côte d’Ivoire

Seit 2013 unterstützt das Forum die Fortbildungsinitiative Certification Capacity Enhancement (CCE). Im Rahmen von CCE wurden bisher mehr als 90.000 Kakaobauern und -bäuerinnen in der Côte d’Ivoire, in Ghana und Nigeria in guter agrarischer Praxis und Betriebsführung fortgebildet und auf eine mögliche Zertifizierung vorbereitet. CCE wird außerdem von den Organisationen Fairtrade, Rainforest Alliance/SAN und UTZ unterstützt, die Nachhaltigkeitsstandards, u. a. für Kakao, entwickelt haben. Weitere Informationen zu CCE finden Sie hier, die Zusammenfassung der abschließenden Studie hier.

Über 70 Mitglieder bilden einen starken Zusammenschluss

Wichtige Akteure aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft konnten als Mitglieder und als Unterstützer des Vereins gewonnen werden (Mitgliederliste). Aktuell hat das Forum über 70 Mitglieder und bildet einen starken Zusammenschluss für gleichgerichtete Anliegen unterschiedlichster Akteursgruppen. Für sie kann das Forum zunehmend mit einer einheitlichen Stimme sprechen. Das Forum kann die diesbezüglichen Aktivitäten seiner Mitglieder besser vernetzen, sie koordinieren und voranbringen.

Was kann ich als Konsument tun, um nachhaltigen Kakaoanbau zu fördern?

Informieren Sie sich: Beim Kauf von Schokolade und schokolade- oder kakaohaltigen Produkten können Sie beispielsweise auf Siegel für nachhaltig erzeugten Kakao wie Fairtrade, Rainforest Alliance Certified™ oder UTZ Certified achten. Neben diesen gängigen international anerkannten Standards für ökologisch, sozial und ökonomisch nachhaltigen Anbau gibt es gleichwertige unternehmensindividuelle Programme für den nachhaltigen Kakaoanbau.

Unsere Mitglieder haben sich der nachhaltigen Kakaoproduktion und -vermarktung verpflichtet. Mehr zu der Selbstverpflichtung der Mitglieder und den Zielen des Forums erfahren Sie auf unserer Website.

Was Nachhaltigkeit im Kakaosektor für das jeweilige Mitglied des Kakaoforums bedeutet und was dafür getan wird, erfahren Sie im Bereich Mitglieder. Die Internetauftritte der Kakao- und Schokoladeunternehmen, des Lebensmittelhandels und der zivilgesellschaftlichen Organisationen halten vielfältige Informationen über nachhaltig erzeugten Kakao für Sie bereit. Zudem bieten entsprechende Hinweise auch die jeweiligen Verbraucher-Hotlines. Den Unternehmen und Organisationen Fragen und Forderungen zu stellen, etwa zur Herkunft des Kakaos in ihrer Schokolade, mit Familie, Freunden und Bekannten über das Thema zu sprechen und sie zum Kauf von Schokolade und anderen Produkten aus nachweislich nachhaltigem Kakao zu ermuntern, sind weitere Wege, den nachhaltigen Kakaoanbau zu unterstützen.

Wie hoch ist der Anteil am gesamten Kakaosektor, den das Forum mit seinen Mitgliedern abdeckt?

Das Forum Nachhaltiger Kakao deckt über seine Mitglieder bereits rund 80% des deutschen Kakao-, Schokolade- und Süßwarensektors ab. Hinzu kommen zivilgesellschaftliche Organisationen, die die Ziele des Forums durch ihre Mitgliedschaft unterstützen.

Ist das Forums-Logo auf den Produkten der Mitglieder sichtbar, oder woran erkennt man die Mitglieder des Forum Nachhaltiger Kakao?

Die Forumsmitglieder bilden das Logo des Forum Nachhaltiger Kakao nicht auf ihren Produkten ab. Das Forum Nachhaltiger Kakao ist eine als eingetragener Verein institutionalisierte Multistakeholder-Initiative. In ihr sind Vertreter der deutschen Süßwarenindustrie, des deutschen Lebensmittelhandels, der Zivilgesellschaft und die Bundesregierung zusammengeschlossen. Ziel des Forums und damit all seiner Mitglieder ist es, die verschiedenen Akteure zusammenzubringen und gemeinsam Strategien für mehr Nachhaltigkeit im Kakaosektor zu entwickeln.

Ziel des Forum Nachhaltiger Kakao und seiner Mitglieder ist es dabei nicht, eine eigene Marketingstrategie zu verfolgen und ein weiteres Siegel einzuführen.

Die Mitglieder des Forum Nachhaltiger Kakao sind motiviert, in der Öffentlichkeit auf ihr Engagement für nachhaltig erzeugten Kakao aufmerksam zu machen. Sie leisten Aufklärungsarbeit, beispielsweise durch Informationen auf der Unternehmens-Homepage, Handzettel in den Märkten oder durch andere Kommunikationskanäle. Das Forum informiert darüber hinaus regelmäßig über gemeinschaftliche Aktivitäten seiner Mitglieder wie beispielsweise das Projekt PRO-PLANTEURS und allgemein über Neuigkeiten aus dem Kakaosektor.

Sie sind Konsument und möchten nachhaltigen Kakaoanbau fördern? Wie das geht, erfahren Sie hier. Eine Liste aller Mitglieder des Forums finden Sie hier.

Was sind die Voraussetzungen, um Mitglied im Forum zu werden?

Jedes Unternehmen und oder jede Organisation mit Interesse, den nachhaltigen Kakaoanbau und den Konsum nachhaltig produzierter Kakaoprodukte zu fördern, kann Mitglied im Forum werden. Dies ist unabhängig von bisherigen Aktivitäten und Erfahrungen auf diesem Gebiet. Dadurch soll insbesondere auch klein- und mittelständischen Unternehmen die Möglichkeit geboten werden, sich im Bereich „nachhaltiger Kakao“ zu engagieren und von vorhandenem Know-How und Best-Practices zu profitieren. Die Mitglieder stimmen der Satzung, der Beitragsordnung und der Zielsetzung des Forums zu.

Wenn Sie bzw. Ihr Unternehmen/Ihre Institution sich für eine Mitgliedschaft im Forum Nachhaltiger Kakao e.V. interessieren, schreiben Sie bitte eine E-Mail an die Geschäftsstelle des Forums: info@kakaoforum.de.

Der Kakaosektor und nachhaltiger Kakao

Was sind die größten Herausforderungen für den nachhaltigen Anbau von Kakao?

90 bis 95 Prozent des Kakaos werden von Kleinbauern und -bäuerinnen angebaut. Ihre durchschnittliche Anbaufläche liegt bei einem bis drei Hektar. Insbesondere in Westafrika, dem Hauptanbaugebiet für Kakao, sind die Arbeits- und Lebensbedingungen der Kakaobauern und -bäuerinnen und ihrer Familien schwierig. Die Einkommen der meisten Kakaobauernfamilien liegen unterhalb der durch die Weltbank definierten Armutsgrenze. Zu den Herausforderungen, die es zu überwinden gilt, gehören:

  • geringe Erträge und Produktivität der Kakaobäume
  • Kakao als häufig einzige Einkommensquelle
  • immer weniger junge Kakaobauern und -bäuerinnen, fehlende Nachwuchskräfte
  • schwacher Organisationsgrad der Kakaobäuerinnen und -bauern sowie oft schlechte Marktanbindung
  • Ernährungsunsicherheit und Mangelernährung
  • Ungleichbehandlung der Frauen
  • Vorkommen von Kinderarbeit, insbesondere missbräuchlicher Formen von Kinderarbeit
  • umweltschädliche und veraltete Anbaupraktiken
  • häufig unklare Landrechte
  • drohende Ernteverluste durch den Klimawandel

Diese Herausforderungen können nur gelöst werden, wenn alle Beteiligten aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft koordiniert vorgehen und gemeinsam daran arbeiten, die sozialen, ökologischen, wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen zu verbessern. Mit Hilfe des Forums sollen bisherige Fördermaßnahmen verschiedener Akteure miteinander vernetzt und koordiniert werden.

Wie begegnet das Forum den Herausforderungen im Kakaoanbau?

Das Forum Nachhaltiger Kakao setzt direkt bei den Ursachen der Armut und den damit verbundenen Herausforderungen an, etwa durch die Bekämpfung missbräuchlicher Formen von Kinderarbeit. Durch das umfassende und breit angelegte Projekt PRO-PLANTEURS engagiert sich das Forum dafür, die Situation der Kakaoproduzenten in der Côte d’Ivoire zu verbessern.

Der Ansatz des Forums für einen funktionierenden und nachhaltigen Kakaosektor auf breiter Basis beinhaltet:

  • systematische Qualifizierungsmaßnahmen von Kakaobauern mit besonderem Augenmerk auf Frauen und Nachwuchskräfte
  • Vermittlung und Anwendung guter Anbaupraktiken („Best Practice“ für nachhaltigen Kakaoanbau)
  • Vermittlung von betriebswirtschaftlichem Wissen
  • Aufbau von Organisationsstrukturen
  • Entwicklung bzw. Optimierung von Rückverfolgbarkeitssystemen
  • Verringerung der Komplexität und Kosten bei der Umsetzung von Standards
  • Diversifizierung der Einnahmequellen der kleinbäuerlichen Kakaobetriebe durch weitere Anbaufrüchte und das Angebot weiterer Güter oder Dienstleistungen, um das Einkommen aus Landwirtschaft zu steigern und zu einer gesicherten Ernährung der Familien beizutragen
  • flankierende Maßnahmen, um die Grundbildung zu fördern und zur Ernährung und Gesundheit der Kakaobäuerinnen und -bauern und ihrer Familien beizutragen
  • enger Austausch mit den relevanten Akteuren auf nationaler und internationaler Ebene

Was bedeutet „nachhaltiger Kakao“?

Eine universell gültige Definition für „nachhaltigen Kakao“ gibt es nicht. Die Mitglieder des Forum Nachhaltiger Kakao e.V. haben „nachhaltiger Kakao“ für ihre Arbeit und für ein besseres Verständnis der zugrunde liegenden Anforderungen wie folgt definiert: „Nachhaltiger Kakao ist Kakao, der nach ökonomischen, ökologischen und sozialen Anforderungen produziert ist. Dieser Kakao ist entweder

nach international anerkannten Nachhaltigkeitsstandards, z. B. Rainforest Alliance Certified/SAN, Fairtrade International oder UTZ Certified, angebaut und zertifiziert,

oder

der Kakao wird gemäß Anforderungen angebaut, die diesen Standards vergleichbar sind und für die eine Verifizierung (Überprüfung) nach einem anerkannten Verfahren stattgefunden hat.“

Wie erfolgt die Zusammenarbeit zwischen dem Forum und internationalen Nachhaltigkeitsstandards?

Die gängigen international anerkannten Organisationen, die Nachhaltigkeitsstandards für Kakao und andere Rohstoffe entwickelt haben, Fairtrade, Rainforest Alliance und UTZ, sind Gründungsmitglieder des Vereins Forum Nachhaltiger Kakao und beteiligen sich aktiv an den Aktivitäten des Forums. Dadurch wird der Erfahrungsaustausch gefördert und die Arbeit des Forums auf noch breiterer Basis unterstützt.

Im Rahmen der Fortbildungsinitiative Certification Capacity Enhancement (CCE), die seit 2013 maßgeblich durch das Forum Nachhaltiger Kakao unterstützt wird, wird Trainingsmaterial genutzt, das zusammen mit den Standard setzenden Organisationen entwickelt wurde.

Deutschland und Kakao

Welche Bedeutung hat Kakao für Deutschland?

Die Produktion von Schokolade und kakaohaltigen Lebensmitteln und deren Verbrauch haben eine große Bedeutung für Deutschland. Der Pro-Kopf-Konsum der deutschen Verbraucher beträgt ungefähr zehn Kilogramm Schokolade pro Jahr. Das entspricht einem der höchsten weltweit. Deutschland ist nach den USA das Hauptabnehmerland für Kakao. Über 10% der Weltkakaoernte werden in Deutschland verarbeitet und zur Herstellung von Schokolade und anderen kakaohaltigen Produkten wie Speiseeis oder Backwaren verwendet. Gleichzeitig ist Deutschland der weltweit führende Exporteur von Schokolade und Schokoladewaren. Die deutsche Wirtschaft erzielt in diesem Bereich einen erheblichen Handelsüberschuss.

Aus welchen Ländern stammt der Kakao in deutschen Produkten, und welche Bedeutung hat er für diese?

Rund zwei Drittel des nach Deutschland importierten Kakaos stammen aus Westafrika, ein Drittel aus Lateinamerika und Asien. Die wichtigsten Anbauländer von Kakao für die deutsche Süßwarenindustrie in Westafrika sind:

  1. Côte d’Ivoire
  2. Ghana
  3. Nigeria

(Weitere Informationen siehe auch Infografik Rohkakaolieferländer Deutschlands des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie e.V. – BDSI)

Kakao ist für diese Länder ein bedeutendes Exportprodukt. In der Côte d’Ivoire macht Kakao etwa ein Drittel der Exportumsätze aus, in Ghana ist es ein Viertel. Kakao ist eine essentielle Lebensgrundlage und Einkommensquelle für viele Familien. Umso wichtiger ist es, die sozialen, ökologischen, wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen in diesen Ländern zu verbessern. Mit seiner Arbeit trägt das Forum Nachhaltiger Kakao e.V. dazu bei.

In welchen Ländern wird Kakao angebaut?

Kakao wird in tropischen und subtropischen Gebieten bis etwa 20 Grad nördlich und südlich des Äquators angebaut. Für sein Gedeihen benötigt er ein ausreichend warmes und feuchtes Klima mit hohen Temperaturen und reichlich Niederschlägen.

Die wichtigsten kakaoproduzierenden Länder sind heute die Côte d’Ivoire, Ghana und Indonesien. Weitere Erzeugerländer sind Nigeria, Kamerun, Brasilien, Ecuador, und die Dominikanische Republik.