Kakaobauern und -bäuerinnen stehen vor immensen Herausforderungen. Das gilt insbesondere in Westafrika, Viele westafrikanische Produzenten erzielen nur ein geringes Einkommen aus Kakao. Häufig liegt es sogar noch unterhalb der international definierten Armutsgrenze. Die Folgen dieser Lebenssituation in Armut sind: missbräuchliche Kinderarbeit, Ernährungsunsicherheit und Mangelernährung. Auch sind die angewendeten Anbaupraktiken häufig umweltschädigend. 

Den Mitgliedern des Forum Nachhaltiger Kakao ist es deshalb ein Anliegen, dass sich die Lebensbedingungen im Kakaoanbau verbessern, dass Menschen- und Kinderrechte in der Kakaoproduktion umfassend berücksichtigt werden und dass die Kakaobauernfamilien ein existenzsicherndes Einkommen erreichen. Entsprechende Anstrengungen müssen durch förderliche politische Rahmenbedingungen unterstützt werden.

Ohne Kakao keine Schokolade

 

Immer mehr Bauern und Bäuerinnen weichen auf andere Nutzpflanzen aus oder geben den Kakaoanbau ganz auf. Langfristig bedroht das auch die nachhaltige Versorgung mit Kakao. Nicht nur erklärten Liebhabern von Schokolade und Schokoladeprodukten dürfte das Sorge bereiten. Denn Kakao ist für Industrieunternehmen unterschiedlicher Branchen, für Handelsunternehmen und viele Exporteure ein wichtiger Rohstoff und Grundlage ihrer Geschäftstätigkeit.

Soziale Verantwortung wahrnehmen

 

Die soziale Verantwortung fängt für die Unternehmen der Süßwarenindustrie und des Lebensmittelhandels bereits bei den Rohstoffproduzenten, den Kakaobauern, an. Oft fehlen den Kakaobauern das Know-how und auch die Mittel, um die Qualität zu produzieren, die am Markt nachgefragt wird. Bereits heute unterstützen daher viele Unternehmen die Kakaobauern und -bäuerinnen mit vielfältigen Maßnahmen. Das sind beispielsweise: Ausbildung und fachliche Weiterbildung, Praxis-Schulungen und spezielle Trainings oder die Ausstattung mit Dünger und Setzlingen.

Die zivilgesellschaftlichen Organisationen, vor allem die Standard-setzenden Organisationen, unterstützen mit ihrer Expertise. Häufig sind sie selbst oder Partner ihres Netzwerks direkt vor Ort vertreten und setzen sich für die Belange der Menschen in den Anbauländern ein. So werden sie oftmals zum Bindeglied zwischen Öffentlichkeit und Privatwirtschaft.

Bislang gab es zwischen den verschiedenen Akteuren entlang der Kakao-Wertschöpfungskette keinen hinreichend koordinierten Austausch zur Wirkung dieser Aktivitäten. Das aber ist notwendig, um erfolgreiche Praktiken zu identifizieren, davon zu lernen und sie zu verbreiten. Hierfür setzt sich das Forum Nachhaltiger Kakao ein

Gemeinsam etwas bewegen

 

Das Forum Nachhaltiger Kakao hat das Ziel, den Kakaosektor nachhaltig zu gestalten. Dafür setzen sich die Mitglieder des Forums gemeinschaftlich ein.

Die Mitglieder tauschen ihre Erfahrungen und Kenntnisse aus und verstärken dort, wo es sinnvoll ist, ihre Zusammenarbeit. Im Zentrum stehen dabei – neben den ökonomischen und ökologischen – auch soziale Aspekte: bessere Lebensumstände der Bauern und Bäuerinnen sowie ihrer Familien und Eliminierung der missbräuchlichen Kinderarbeit. Der Anteil nachhaltig erzeugten Kakaos soll kontinuierlich erhöht werden. Denn nur so lässt sich eine langfristig stabile Grundlage, sowohl für die Kakaobauernfamilien als auch für die Industrie, schaffen. Um sein Anliegen umzusetzen, kooperiert das Forum eng mit den Kakaoanbauländern. Ein weiter wichtiger Ansatz ist die Vernetzung auf nationaler und internationaler Ebene mit Organisationen, die gleichgerichtete Interessen verfolgen

Gemeinsam mit der ivorischen und der deutschen Regierung setzt das Forum Nachhaltiger Kakao das Projekt PRO-PLANTEURS um. Ziel des Projektes ist, 20.000 Kakaobauern und -bäuerinnen in der Côte d’Ivoire und deren Familien bessere Lebensbedingungen zu ermöglichen Über Diversifizierung des Anbaus soll die Grundlage gelegt werden für eine bessere, ganzjährig ausgewogenere Ernährung. Das Forum unterstützt seit 2013 die Fortbildungsinitiative Certification Capacity Enhancement (CCE).

Unsere Handlungsansätze

Das Forum Nachhaltiger Kakao:

  • entwickelt Qualitätskriterien für wirksame und nachhaltige Projektansätze;
  • fördert die direkte Umsetzung von nachhaltigen Anbaumethoden;
  • vernetzt sich und kooperiert mit bereits bestehenden Initiativen auf nationaler und internationaler Ebene zur Förderung eines nachhaltigen Kakaoanbaus;
  • ermöglicht Austausch, Dialog und Wissenstransfer;
  • bietet Dienstleistungen und Orientierungshilfen rund um das Thema Nachhaltigkeit im Kakao, insbesondere für die Mitgliedsunternehmen;
  • informiert die Öffentlichkeit über Nachhaltigkeitsansätze und Erfolge sowie über die Fortschritte in den Kakaoanbauregionen.

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