Die Mitglieder des Forum Nachhaltiger Kakao möchten durch gemeinsame Aktivitäten in den Anbaugebieten und einen intensiveren Austausch über vorhandene Erfahrungen eine nachhaltige Kakaoproduktion vorantreiben. Die Multistakeholder-Initiative engagiert sich für folgende Ziele:  

  

Über diese drei grundlegenden Ziele hinaus verpflichten sich die Mitglieder des Forums in zwölf konkreten Einzelzielen, die Arbeit des Forums zu unterstützen. Diese schließen soziale und ökologische Anliegen ebenso ein wie das gemeinsame Verfolgen gleichgerichteter Ziele. Auch verpflichten sich die Forumsmitglieder, den Anteil Kakao aus zertifiziertem Anbau in den eigenen Schokoladenprodukten zu steigern. 

 

Die 12 Einzelziele der Mitglieder

Die Mitglieder des Forum Nachhaltiger Kakao e.V. verpflichten sich, das Forum Nachhaltiger Kakao e.V. auf allen Ebenen zu unterstützen. Sie setzen sich dafür ein,

1.  dass bessere Ab-Hof-Preise, Mindestpreis- und Prämiensysteme sowie weitere einkommenschaffende Maßnahmen zu einem existenzsichernden Einkommen(1) der Kakaobauernhaushalte beitragen.

2.  die Produktivität des Kakaoanbaus und Qualität des Kakaos zu verbessern.

3.  die Regierungen und weitere Akteure bei der Entwicklung von ganzheitlichen Agrarprogrammen für Regionen zu unterstützen, um Alternativen zum Kakaoanbau zu schaffen und somit Überproduktion entgegenzuwirken.

4.  die Entwicklung und die Anwendung nachhaltiger und diversifizierter Anbausysteme, insbesondere Agroforstsysteme, zu fördern, die die natürlichen Ressourcen schonen, sowie die Ausbringung gefährlicher(2) bzw. nicht zugelassener Pestizide zu beenden.

5.  die Entwaldung zu beenden und zum Erhalt des Waldes, der Biodiversität und zur Wiederaufforstung beizutragen.

6.  dass missbräuchliche Kinderarbeit in der Kakaoproduktion abgeschafft wird.

7.  dass die Geschlechtergleichberechtigung gestärkt und die Chancen für Frauen und junge Menschen im Kakaosektor verbessert werden.

8.  die Einhaltung von Menschenrechten (Umsetzung der UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte) und umweltrelevanten Aspekten von allen Akteuren in der Kakaolieferkette einzufordern und sich in die Diskussion um mögliche regulative Maßnahmen auf EU-Ebene einzubringen.

9.  dass in den Produzentenländern die Regierungen, Bauernvertretungen und die Zivilgesellschaft in der Wertschöpfungskette Kakao gestärkt werden.

10.  dass langfristig der gesamte Kakao in den in Deutschland verkauften kakaohaltigen Endprodukten aus nachhaltigem Anbau stammt.

11.  dass bis zum Jahr 2025 ein Anteil von mindestens 85 % des Kakaos in den von unseren produzierenden Mitgliedern in Deutschland verkauften kakaohaltigen Endprodukten nach Nachhaltigkeitsstandards(3) zertifiziert oder gleichwertig unabhängig verifiziert wurde.

12.  Multiakteurspartnerschaften und Zusammenarbeit für mehr Nachhaltigkeit zu fördern, sich zu vernetzen, Informationen und Erfahrungen austauschen, voneinander lernen und über ihre Fortschritte in der Umsetzung der Ziele und in der Anwendung der Best Practices zu berichten.

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(1) Existenzsicherndes Einkommen ist das "Nettoeinkommen eines Haushalts, das unter den Bedingungen der menschenwürdigen Arbeit verdient wird, und ausreicht, um allen Mitgliedern des Haushaltes einen angemessenen Lebensstandard zu ermöglichen." (The Living Income Community of Practice, 2015).

(2)  Gefährliche Pestizide umfassen als Mindestanforderung alle Substanzen, die (1) als „Persistent Organic Pollutants (POPs)" in der Stockholm Konvention geführt sind, im Annex III der Rotterdam Konvention bzw. im Mont-real Protokoll geführt sind, (2) von der WHO als 1A oder 1B klassifiziert sind, (3) auf der Liste der „Dirty Dozen" der PAN geführt sind, oder die (4) im UN-GHS als Substanzen mit „Chronic Toxicity" ausgewiesen werden. Zudem spezifisch für den Kakaoanbau solche Pestizide, deren Verwendung für Exportgut in EU-Staaten nicht zugelassen sind. (Weitere Definitionen für Agroforstsysteme u.a. werden in KPIs aufgenommen.)

(3) Fairtrade, Rainforest Alliance Certified, UTZ Certified

 

 

  • Die 12 Einzelziele der Mitglieder

    Beschlussfassung auf der Mitgliederversammlung 2019

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