ISM-Veranstaltung zum Thema Gender und Existenzsichernde Einkommen

Am Sonntag, den 28. Januar 2024, veranstaltete das Forum Nachhaltiger Kakao im Rahmen der ISM, der weltweit größten Messe für Süßwaren und Snacks, ein Event zum Thema „Gemeinsam zu einem existenzsichernden Einkommen - Gendersensible Ansätze für die Kakaowertschöpfungskette“ in Köln.

Es sprachen Jiselle Steele, Leticia Yankey und Nana Kwasi-Barning Ackah (Mitte, von links nach rechts). Die Veranstaltung wurde von Dr. Ariane Hildebrandt (rechts), Abteilungsleiterin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), eröffnet. Das Schlusswort wurde von Dr. Artur Ickstadt (links), Referatsleiter im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), gehalten.

Frauen im Fokus: Auftaktveranstaltung für das Jahresthema „Existenzsichernde Einkommen“ zeigt, warum wir gendersensible Ansätze im Kakaosektor brauchen

 

Im Rahmen eines Salongesprächs diskutierten Mitglieder des Forum Nachhaltiger Kakao mit Expertinnen und Experten, welche Herausforderungen für Frauen im Kakaosektor bestehen und mit welchen Strategien diese existenzsichernde Einkommen erreichen können. Das Event auf der Internationalen Süßwarenmesse (ISM) in Köln war der Auftakt zum zweijährigen Schwerpunkt „Inklusive Strategien für existenzsichernde Einkommen" des Forums.

 

Hauptziel der Veranstaltung war es, die Erreichung existenzsichernder Einkommen vor dem Hintergrund der Geschlechtergerechtigkeit zu beleuchten. Die Mitglieder des Forums und Gäste diskutierten die Herausforderungen und Verantwortung aller Akteure entlang der Lieferkette. Im Gespräch wurde deutlich, warum Kakaobäuerinnen mit anderen Bedingungen konfrontiert sind als Männer und daher gender-sensible Strategien notwendig sind.  

 

Evelyn Bahn, stellvertretende Vorsitzende des Forum Nachhaltiger Kakao begrüßte die Teilnehmenden und verdeutlichte, welchen Herausforderungen Kakaobäuerinnen gegenüberstehen: „Sie haben meistens keine Landrechte und ihre Kakaoparzellen sind viel kleiner als bei männergeführten Kakaofarmen. Gleichzeitig haben Frauen deutlich höhere Produktionskosten, da sie besonders von externen Arbeitskräften abhängig sind und keinen Zugang zu Finanzierung haben.“

 

Die Veranstaltung wurde von Dr. Ariane Hildebrandt, Abteilungsleiterin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), eröffnet.

 

Leticia Ama-Kowoa Yankey, Leiterin der ghanaischen Frauen-Kooperative Cocoa Mmaa, und Nana Kwasi Barning Ackah, Projektleiter bei SEND Ghana, erklärten anhand praktischer Beispiele, welche Ansätze sich bereits bewährt haben. Die Expertin und der Experte lieferten wertvolle Impulse zur Stärkung von Frauen in der Kakaowertschöpfungskette: Die Anbindung von Frauen an Kooperativen und die Bildung von Spargruppen, sind zwei Beispiele. Die Nichtregierungsorganisation SEND Ghana verfolgt einen geschlechtergerechten Ansatz zur Bewältigung der Herausforderungen, denen Frauen im Kakaosektor gegenüberstehen. Ihr Ansatz hat zum Ziel, dass sich Männer und Frauen gemeinsam ihrer Rollen im Haushalt bewusstwerden und eine Rollen- und Aufgabenverteilung vereinbaren. Yankey unterstrich, dass nicht nur Frauen, sondern die gesamte Gemeinschaft von erfolgreichen frauengeführten Kooperativen profitiert. Sie hob hervor, dass Kakaobäuerinnen häufig umweltbewusster agieren, sowie in ihre Farmen und in die Schulbildung der Kinder investieren.

 

Jiselle Steele, Private Sector Gender Beraterin bei Oxfam, gab den Mitgliedern des Forums Empfehlungen mit auf den Weg: Ansätze, die darauf abzielen, bestehende Geschlechterrollen zu hinterfragen und Rollenbilder zu verändern, benötigen Zeit, um nachhaltige Veränderungen zu bewirken. Sie beginnen jedoch stets mit einem klaren Commitment, gefolgt von einem durchdachten Plan, der konkrete Ziele und Aktivitäten umfasst. Ein entscheidender Faktor ist die aktive Einbindung der Gemeinden vor Ort von Anfang an in die Projektarbeit. Zur Messung des Fortschritts und für transparente Kommunikation, müssen Daten geschlechtsdisaggregiert erhoben werden.

 

Das Schlusswort gab Dr. Artur Ickstadt, Leiter des Referats 424 im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL).

 

Die Veranstaltung unterstreicht das Engagement der Mitglieder des Forums für eine inklusive und nachhaltige Kakaowertschöpfungskette im Hinblick auf die Erreichung eines existenzsichernden Einkommens. Die gewonnenen Erkenntnisse und Einblicke aus der Diskussion werden in den kommenden zwei Jahren zur Weiterentwicklung inklusiver Strategien zu Erreichung eines existenzsichernden Einkommens beitragen.

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmenden für das spannende Gespräch.