Erfolgreiche Praxisbeispiele fördern

Certification Capacity Enhancement (CCE)

Nachhaltigkeitsstandards sind ein guter Weg, um Nachhaltigkeit in der Farmbewirtschaftung und Vermarktung zu integrieren. Sie machen den Weg des Kakaos von der Produktion über die Verarbeitung und Vermarktung bis zu den Konsumenten transparenter.

Doch das allein reicht nicht aus. Die Erzeuger müssen auch dabei unterstützt werden, diese Standards zu erfüllen – und zwar so, dass dieses Engagement für sie attraktiv ist. So müssen zum Beispiel – ausgehend von erfolgreichen Anbaupraktiken – moderne Managementmethoden und betriebswirtschaftliches Wissen vermittelt werden. Wo möglich, werden zudem neue Einnahmequellen erschlossen. All das fördert die nachhaltige Kakaoproduktion, steigert das Einkommen der Kleinbauernfamilien und verbessert ihre Lebenssituation.

Um die Nachhaltigkeit im Kakaosektor auf eine breite Basis zu stellen, müssen unter anderem

  • Kakaobauern systematisch qualifiziert werden,
  • Rückverfolgbarkeitssysteme entwickelt und optimiert werden,
  • Nachhaltigkeitskriterien und -standards für die Kakaoerzeuger kostengünstiger und unkomplizierter anwendbar sein.

Speziell mit dem ersten Punkt befasst sich Certification Capacity Enhancement (CCE), eine Initiative zur Förderung einer nachhaltigen kleinbäuerlichen Kakaoproduktion in Westafrika. Bei CCE kooperieren auf bisher einmalige Weise standardsetzende Organisationen, Unternehmen und Entwicklungsorganisationen. Bislang wurden bereits über 20.000 Kakaoproduzenten in drei Ländern nach einem speziell entwickelten CCE-Lehrplan geschult – mit messbaren Erfolgen.

Factsheet

Wie CCE entstand

Hervorgegangen ist CCE aus einem Projekt der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH (GIZ) mit Firmen der internationalen Schokoladen- und Süßwarenindustrie sowie den standardsetzenden Organisationen Fairtrade, Rainforest Alliance/SAN und UTZ Certified. Das Projekt lief von 2010 bis Anfang 2013 im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in Ghana, der Côte d’Ivoire und Nigeria.

Aufgrund der Erfolge beschlossen die Mitglieder des Forums Nachhaltiger Kakao im März 2013, CCE gemeinsam mit den CCE-Partnern fortzuführen und auszuweiten. So ist CCE unter der Trägerschaft des Forums weiterhin aktiv. CCE genießt mittlerweile eine hohe Anerkennung in den Anbauländern und ist ein gutes Beispiel einer erfolgreichen Allianz zwischen öffentlichen und privatwirtschaftlichen Akteuren sowie standardsetzenden Organisationen.

Was CCE will

CCE will durch die enge Kooperation zwischen standardsetzenden Organisationen, Unternehmen und Entwicklungsorganisationen

  • die nachhaltige, kleinbäuerliche Kakaoproduktion fördern,
  • die Produktivität steigern und
  • die Lebensbedingungen der Kleinbauern verbessern.

Bei CCE handelt es sich um Trainingsmaterial für den umweltgerechten Anbau von Kakao, etwa durch den verantwortungsbewussten Umgang mit Agrochemikalien, den Schutz der Biodiversität sowie für die Einhaltung sozialverträglicher Grundansprüche (bspw. angemessene Entlohnung und Vermeidung missbräuchlicher Kinderarbeit).

Schulungen und Trainings sollen die Erzeuger in die Lage versetzen, ihre Produktion so zu verbessern, dass sie den Anforderungen der drei führenden Standardsysteme im Kakaosektor (Fairtrade, Rainforest Alliance/SAN und UTZ Certified) entspricht und nach deren Richtlinien zertifiziert werden kann. Eine Zertifizierung unterstützt die Kakaobauern dann zusätzlich dabei, die Produktion kontinuierlich zu verbessern und besser vermarkten zu können. Auf diese Weise wird die Wertschöpfungskette von Kakao nachhaltiger.

Was CCE tut

Gemeinsam mit den standardsetzenden Organisationen wurde ein Lehrplan für Schulungen im nachhaltigen Kakaoanbau erarbeitet. Er vereint die Anforderungen aller drei Standards (Fairtrade, Rainforest Alliance Certified und UTZ Certified). Damit können zukünftig alle Schulungen zur Zertifizierung nach einem oder mehreren dieser Standards ein und demselben Lehrplan folgen. Das vereinfacht die Ausbildung der Bauern, senkt die Kosten der Zertifizierung und erleichtert den Marktzugang für nachhaltig erzeugten Kakao.

Mit den staatlichen Kakaobehörden in Westafrika wurde vereinbart, dass ihre jeweiligen Beratungsdienste den CCE-Lehrplan übernehmen. So wird er in die Breite getragen.

Die Themen des Lehrplans reichen von guten agrarischen Praktiken (Erhalt der Bodenfruchtbarkeit, integrierter Pflanzenschutz, Düngung) über Umweltschutz (Gewässerschutz, Umgang mit Agrochemikalien, Schutz der Biodiversität) bis zu Sozialstandards, also Arbeits- und Gesundheitsschutz. Behandelt werden auch weitere wichtige Fragen, etwa, wie man eine Bauernkooperative aufbaut, oder was unter missbräuchlicher Kinderarbeit zu verstehen ist, die im Kakaoanbau noch weit verbreitet ist.

Was CCE bewirkt

Die CCE-Initiative hat den Marktzugang für nachhaltig erzeugte Kakaoprodukte aus Westafrika bereits deutlich verbessert. Das liegt nicht zuletzt an der bisher einmaligen Zusammenarbeit der unterschiedlichen Standardsysteme. Als Folge plant die staatliche Kakaobehörde der Côte d’Ivoire, das „Conseil du Café-Cacao“ (CCC), den CCE-Lehrplan für alle zukünftigen Zertifizierungen von Kakaobauern als verbindliches Trainingsmaterial vorzuschreiben.

In den drei beteiligten Ländern Ghana, Côte d’Ivoire und Nigeria wurden bislang 130 Master-Trainer ausgebildet, die ihr Wissen nun an weitere Trainerinnen und Trainer sowie Bauern weitergeben. Über 90.000 Kakaoproduzenten wurden bisher nach dem CCE–Lehrplan geschult - rund 85 Prozent erfüllten im Anschluss die Zertifizierungskriterien. Zudem zeigten sie bei ersten Bestandsaufnahmen ein deutlich besseres Farm-Management sowie eine hohe Sensibilisierung für das Problem missbräuchlicher Kinderarbeit.