Auf der Weltklimaschutzkonferenz COP 23 im November in Bonn wird die Diskussion um Klimaschutz und damit um Walderhalt und zielführende Lösungen fortgesetzt. Durch die langjährige Entwaldung in Kakaoanbauländern wie Côte d’Ivoire und Ghana erhält der Waldschutz zunehmende Bedeutung. Das Forum Nachhaltiger Kakao, die Bundesregierung und auch internationale Bündnisse greifen dieses Thema auf.

Vom 06. bis zum 17. November 2017 auf der UN-Klimaschutzkonferenz COP 23 in Bonn wird die Diskussion um Klimaschutz und damit um Walderhalt und zielführende Lösungen fortgesetzt. In Ghana und Côte d’Ivoire wurden große Waldflächen in den vergangenen Jahrzehnten zerstört. Unter anderem werden diese Flächen heute, zum Teil auch illegal, als Kakaoanbauflächen genutzt. Allerdings sind Wald- und Baumbestand auch für den Kakaoanbau von höchster Bedeutung. Die beiden westafrikanischen Länder sind mit einem Anteil von rund zwei Drittel Hauptproduzenten des in Deutschland verarbeiteten Kakaos.

Das Forum Nachhaltiger Kakao vereint als Multistakeholder-Initiative die wesentlichen Akteure der Kakaolieferkette: die deutsche Süßwarenindustrie, den deutschen Lebensmittelhandel, die Zivilgesellschaft und die Bundes­regierung, vertreten durch das Bundesministerium für Entwicklung und wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) und das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Eines der Ziele des Forum Nachhaltiger Kakao ist der Ressourcenschutz und Erhalt der Biodiversität in den Anbauländern.

Im Januar 2017 hat das Forum Nachhaltiger Kakao eine Diskussion zum Thema „Kakaoproduktion und Waldschutz“ initiiert. Auf der Internationalen Süßwaren­messe (ISM) in Köln diskutierten Agrar- und Umweltexperten Lösungsansätze und zeigten Erfahrungen in Westafrika auf. Beispiele waren der Waldschutz im und rund um den Tai-Nationalpark in der Côte d’Ivoire und die Juabeso-Bia-Initiative in Ghana.

Mit der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) steht das Forum im Austausch zu Erfahrungen im Waldschutz und landwirtschaftlichem Anbau im Kontext sensibler Ökosysteme. Über das Projekt PRO-PLANTEURS im Südosten der Côte d’Ivoire besteht auch eine enge Zusammenarbeit mit dem Projekt „Promotion des Filières Agricoles et de la Biodiversité“ (PROFIAB) zur Entwicklung der Natur- und Wirtschaftsräume Tai und Comoé in der Côte d'Ivoire.

Das Forum Nachhaltiger Kakao steht zudem in engem Austausch mit der World Cocoa Foundation (WCF). Die WCF hat im März 2017 die Cocoa & Forests-Initiative ins Leben gerufen, der sich inzwischen 35 Industrieunternehmen aus dem Kakaosektor angeschlossen haben, darunter auch Mitglieder des Forums. Unterstützer sind auch die Regierung der Côte d’Ivoire und von Ghana, die Nachhaltigkeitsplattform Sustainable Trade Initiative (IDH), und die International Sustainability Unit seiner Königlichen Hoheit, des Prinzen of Wales. Der Aktionsplan der Initiative wird im Rahmen der COP23 in Bonn präsentiert.

Im Rahmen der deutschen Präsidentschaft der G20-Staaten ist das Thema Waldschutz und damit insbesondere auch nachhaltige, entwaldungsfreie Lieferketten ein wichtiges Anliegen der Bundesregierung und wird mit gezielten Vorhaben unterstützt. Das Bundesministerium für Entwicklung und wirtschaft­liche Zusammenarbeit (BMZ) engagiert sich über verschiedene Initiativen und Projekte für eine grundsätzliche Reform der rechtlichen, organisatorischen und sozialen Rahmenbedingungen für die Nutzung von Waldressourcen in den Partner­ländern, zum Beispiel über das oben genannte Projekt PROFIAB.

Weitere Studien zu diesem Thema finden Sie unter Studien und Reports.

Weitere Informationen zu den Waldschutz-Aktivitäten und Projekten der Bundesregierung finden Sie auf den Websites des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Dazu gehören beispielsweise die REDD+-Initiative zum Klimaschutz, verschiedene Schutzvorhaben auf internationaler Ebene oder der Waldbericht der Bundesregierung 2017 mit nationalen und internationalen Aktivitäten, die EU-Verordnung gegen illegalen Holzeinschlag, die EU FLEGT-Verordnung zu Kontrollen von Holzeinfuhr und zahlreiche weitere Vorhaben und Regelungen.

Weitere Herausforderungen im Kakaosektor sind u. a.:

  • Lebensbedingungen der Kakao anbauenden Familien
  • Produktivität und Qualität des Kakaos
  • Professionalisierung der Dienstleistungen und der Organisation der Bauern