Herausforderungen

90 bis 95 Prozent des Kakaos werden von Kleinbauern angebaut. Ihre durchschnittliche Anbaufläche liegt bei einem bis drei Hektar. Kakao ist oftmals die einzige Einnahmequelle dieser Familienbetriebe. Die Mehrheit der Kakaobauern und ihrer Familien lebt unterhalb der Armutsgrenze von zwei US-Dollar pro Tag und Person. Die Armut führt oft zu den schlimmsten Formen der Kinderarbeit in den Betrieben.

Diese Probleme sind nicht auf den Kakaoanbau beschränkt, sondern auch bei vielen anderen Agrarrohstoffen anzutreffen. Doch im Kakaoanbau gibt es drei besondere Herausforderungen:

QUALITÄT

Die Qualität von Kakaoprodukten wie Schokolade hängt stark von der Qualität des Rohkakaos ab. Doch um Qualitätskakao zu erzeugen, fehlen vielen Kleinbauern die Voraussetzungen: Kenntnisse, Methoden und wichtige Betriebsmittel wie z.B. Saatgut, Dünger oder Pflanzenschutzmittel. Zudem erzielen sie nur geringe Preise für ihren Kakao. Bessere Anbaumethoden würden das Einkommen der Bauern aufgrund steigender Qualität und Menge und damit auch das Angebot an hochwertigem Kakao auf dem Weltmarkt erhöhen.

PRODUKTIVITÄT

Trotz hoher Nachfrage werden derzeit in der Hauptanbauregion Westafrika nur 30 bis 50 Prozent der möglichen Erträge geerntet. Die Produktivität bleibt mit 500 kg pro Hektar Anbaufläche hinter den Möglichkeiten zurück. Die Ursachen sind die gleichen wie bei den Qualitätsproblemen.

Produktivitätssteigerungen würden es ermöglichen, den wachsenden Bedarf abzudecken, ohne weitere Flächen nutzen zu müssen. Eine höhere Produktivität steigert das Einkommen der Bauern und verbessert ihre Lebensbedingungen. Das macht den Kakaoanbau gegenüber anderen Anbaukulturen auch für folgende Generationen attraktiver und sichert langfristig ein stabiles Kakaoangebot. 

ORGANISATIONSENTWICKLUNG UND MARKTANBINDUNG

Haben die Bauern Zugang zu Training, zu gutem Material zur Pflege ihrer Felder? Bekommen sie Kredite, können sie ihre Ernte zu stabilen Preisen absetzen? All das hängt stark davon ab, inwieweit die Bauern in Kooperativen oder Genossenschaften organisiert sind, wie gut der Kakaosektor in ihrem Land strukturiert ist und wie die politischen Rahmenbedingungen aussehen. Bisher existieren jedoch nur wenige funktionierende Kooperativen; die Marktanbindung der meisten Kleinbauern ist schlecht. Zudem erschweren schlecht organisierte und unübersichtliche Lieferketten die Vermarktung und mindern den Anteil der Bauern am Erlös.